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Mit der Bürgergemeinde Bettingen im Wald

02.05.2016

  Früher stand das „Ding“ im Herbst vor jedem Haus und spaltete und sägte Holzscheit für Holzscheit für einen warmen Winter. Das musste dann zuerst vor dem Haus aufgeschichtet werden und nachher im Trockenen nochmals, bevor es seinen Weg in den Ofen fand. Heute braucht man das Holz ja fast nur noch fürs Cheminee für eine gediegene Wärme und Atmosphäre. Darum ist das „Ding“ auch aus unserem Alltag verschwunden. Ganz verschwunden ist die alte Spalt- und Sägemaschine allerdings nicht.

Die Bürgergemeinde Bettingen sägt und spaltet damit immer noch ihr Holz im Bettinger Wald, welches die Bettinger Einwohner für eine kuschelige Atmosphäre vor dem Cheminee kaufen können. Wie anders ist aber doch das Wohlgefühl, wenn man einmal gesehen und vor allem auch gehört hat, wie das Holzscheit, das man da gerade ins Cheminee oder in den Ofen schiebt entstanden ist. Damit dies einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden kann, lud aktives Bettingen und die Bürgergemeinde Bettingen zu einem Waldtag ein, an welchem man miterleben konnte, wie diese altmodische monströse Maschine funktioniert. Archaisch und technisch vorsintflutlich anmutend entpuppt sich die Spalt- uns Sägemaschine als absolutes Arbeitstier, das im Hui einen Ster Holz sägt und spaltet. Entwickelt wurde diese Maschine übrigens von den Bettinger Brüdern Rees um 1932. Ein zweites Modell steht immer noch irgendwo im Bündnerland. Beeindruckend die fliessende Teamarbeit der Arbeitenden von Holz reichen- sägen-spalten- im Wagen aufschichten. Dies alles in Fronarbeit, für den Bürgerwald. Das Ster Holz war also schnell gesägt und gespalten und wurde dann versteigert. Ernst und Ute Bertschmann waren die glücklichen Ersteigerer, mit der Konsequenz, dass sie am Abend noch Holz beigen mussten. Denn das Holz von der Bürgergemeinde wird einem direkt vor die Tür gebracht. Im Anschluss an die Spalt- und Sägerei lud aktives Bettingen alle Anwesenden zu einem Umtrunk und Wurst am offenen Feuer ein. Spannend, lehrreich und gemütlich war’.

 

Text Gabriella Ess, aktives Bettingen

Bilder von Dunja Leifels